...die Walalp in früheren Zeiten

Bis vor nicht allzu langer Zeit waren die Alpen im oberen und östlichen Bunschental vom Simmental her nur schwer erreichbar. Der abgeschiedene Talkessel hinter der Bunschischlucht wurde deshalb vom Stockental und Gurnigelgebiet her bewirtschaftet.

 

Die lokalen Handelswege vom Wallis übers Simmental ins Schwarzenburgerland und nach Bern / Freiburg führten auch über die Übergänge zwischen Stockhorn und Gantrisch: Leiterenpass, Morgetenpass, Walalpgrat, Krümmelwege.

 

Am Zusammenfluss von Morgetenbach und Bunschenbach ist seit uralter Zeit eine Thermalquelle bekannt und genutzt worden.

Ab 1606 bis ins 20. Jh. lockte das Weissenburgbad Kurgäste aus Nah und Fern an.

An das Weissenburger Mineralwasser können sich sicher noch einige erinnern, es stammt von hier!

 

Die ältesten Gebäudeteile der Oberen Walalp stammen aus dem 17. Jahrhundert.


Kraftorte

Die Heiden am Stockhorn


Walalp - die Wortteile Wal / Walen / welsch verweisen auf ursprünglich keltische Besiedlung. So nannten die im Gebiet der Schweiz sich ausbreitenden Alemannen die Kelten, später auch die Romanen ("die Andern, Fremden").

Viele andere Orts- und Flurnamen erinnern an die keltische Besiedlung: Alp Walop, Wahlern, Walendorf, Walensee, Welschland, Wales...)

 

Unsere Obere Walalp liegt zwischen den charaktervollen Kraftbergen Stockhorn und Gantrisch. Nach Pier Hänni weist diese Gegend eine aussergewöhnliche Dichte an mystischen Orten auf: Berge wie Wächter und Naturmenhire, die Stockenseen, die Bunschischlucht mit Heilquelle, Karstlandschaften, Höhlen, Kirche / Kloster Därstetten auf altem Kultplatz.

Für uns kommen noch viele alte, knorrige Bäume mit Mehrfachstämmen hinzu.

In einer Lichtung am Abhang des Stockhorns wohnten in einer Hütte aus Ästen und Moos noch lange Heiden, welche die Macht hatten, das Wetter zu lenken. An einem schwülen Nachmittag waren die Bergbauern der Gegend am Heuen, als auf der Anhöhe die Heiden erschienen und ihre weisse Wetterfahne emporstreckten.

"Der Stockhorner kommt, das wird schlimm werden", riefen sich die Leute zu. Bald darauf brach ein fürchterlicher Gewittersturm aus und trieb sie in ihre Häuser. Als sie nach dem Regen das verdorbene Heu sahen, wurden die Bauern wütend und wollten die Heiden bestrafen. Diese flüchteten höher den Berg hinauf und riefen: "Ihr habt uns vertrieben! Damit ihr uns aber nicht vergesst, soll kein Haus brennen, solange noch eines steht, dessen Grundmauern von uns erbaut wurden."

(Nach Pier Hänni, Magisches Berner Oberland)